Ein Spaziergang im Schnee

Gestern hat es bei uns geschneit. Alles wurde mit einer weißen Schneeschicht bedeckt. Eigentlich mag ich den Schnee gar nicht so, aber heute ist ein so schöner, klarer, sonniger Tag, da hat mich einfach nichts mehr im Haus gehalten. Ich habe mich also warm eingepackt und bin raus in die schöne Winterlandschaft gegangen.

Gleich am Anfang ist eine Dame hinter mir gegangen, die mich irgendwann dann überholt hat und mir gesagt hat, dass ich zwei verschiedene Stiefel anhabe. Mir war das sooo peinlich, hab es aber mit einem echt ehrlichen Lachen und dem Kommentar „Kein Wunder, wenn man nur schwarze Stiefel besitzt“ kommentiert. Mir war das echt peinlich und ich habe kurz überlegt, ob ich einfach wieder nach Hause gehe und die Schuhe wechsele, aber ich habe mir gedacht, dass ich jetzt schon ein Stück gegangen bin und ungerne umkehren wollte. Also bin ich, trotz modischem Fehltritt (im wahrsten Sinne des Wortes) einfach weitergegangen.

Ich wohne sehr ländlich und bei uns gibt es viele Felder und ich gehe meistens auf den Feldwegen zwischen den Feldern spazieren. Dort begegnen einem auch kaum Menschen da kann man also in ruhe nachdenken und außerdem konnte ich mich mit meinen Modefauxpas auch gut verstecken. ;D

Es war einfach wunderschön. Es hatte schon Tauwetter eingesetzt und der Schnee rieselte von vielen Bäumen. Die Sonne strahlte so herrlich und brachte den Schnee zum glänzen und leichter Nebel ist noch vereinzelnd über den Feldern geschwebt. Es war irgendwie magisch.

Ich nutze meine Spaziergänge meistens um Podcasts zu hören, oder einfach für mich selbst zu sein und in Ruhe über gewisse Dinge nachdenken zu können. Heute habe ich letzteres gemacht.

Ich habe mir schon sehr lange die Frage gestellt: „Warum bin ich hier?“.

Ich bin der festen Überzeugung, dass jeder Mensch aus einem bestimmten Grund auf der Welt ist. Leider konnte ich bisher mein „Warum“ noch nicht klären.

Ich habe mich in letzter Zeit viel damit beschäftigt und auch Bücher zu dem Thema gelesen (u. a. „Das Café am Rande der Welt“, „The Big Five For Life“ und „Ich könnte alles tun, wenn ich nur wüsste, was ich will“). Diese Bücher haben erneut die Frage in mir aufgeworfen, warum ich eigentlich hier bin. Ich wollte mir heute bei dem Spaziergang noch einmal die Frage stellen. Ich habe es am Donnerstag schon mal versucht und da hat es leider nicht geklappt. Zum Schluss habe ich das Universum angebettelt mir endlich ein Zeichen zu geben, was meine Bestimmung ist und habe sogar geweint und war irgendwie verzweifelt. Dann habe ich am Donnerstag angefangen das erste der drei oben genannten Bücher zu lesen. Die anderen beiden habe ich noch nicht zu Ende gelesen, aber sie haben mir auch bisher sehr geholfen. Heute beim Spaziergang hat es dann endlich Klick gemacht. Eigentlich habe ich es schon lange gewusst, aber irgendwie nicht wirklich verstanden.

Ich weiß zwar jetzt noch nicht, wie ich mein Leben (auch beruflich) im Hinblick auf meinen „Zweck der Existenz“ – wie es in den Büchern so schön genannt wird – ausrichten werde, aber ich bin zuversichtlich, dass ich meinen Weg gehen werde. (Egal mit welchen Stiefeln! ;D)

Seid wild und wunderbar!

Eure Julia

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