Scham (Teil 2)

Ich habe euch in meinem letzten Artikel über ein Erlebnis von mir erzählt, worüber ich mich sehr geschämt habe und heute will ich euch erzählen, wie ich mit der Scham umgegangen bin:

  1. Geweint:
    Ja, ich habe erstmal alles rausgelassen. Ich habe so lange deshalb geweint, bis ich keine Tränen mehr übrig hatte. Das ist reinigend und tut gut. Es bringt nichts, die Gefühle für immer in sich zu behalten und in sich reinzufressen. Einfach alles rauslassen und danach gehts einem immer besser!
  2. Analysieren:
    Dann habe ich die Situation noch einmal Revue passieren lassen. Warum, habe ich so reagiert wie ich reagiert habe? Warum ist mir das passiert? Was war der Trigger?
  3. Darüber sprechen/schreiben:
    Wenn wir uns schämen, dann wollen wir natürlich nicht, dass noch mehr Menschen von der Peinlichkeit erfahren. Trotzdem tut es einfach nur gut, wenn man mit vertrauten Personen, darüber redet. Wer weiß, vielleicht ist ihnen das Gleiche passiert und sie haben Rat für dich? Geteiltes Leid ist halbes Leid!
  4. Vergebung:
    Man muss sich selber verzeihen. Es bringt nichts, wenn man sich dauernd Selbstvorwürfe macht oder sich selber als „dumm“ beschimpft, so wie es bei mir der Fall war. Man muss die Situation loslassen und sich selber dafür vergeben. Man muss sich immer ins Gedächtnis rufen, dass man es in dem Moment, als es passiert ist, nicht besser wusste. Mitgefühl für sich selber, bringt viel mehr als sich selber dafür auszuschimpfen.
  5. Akzeptanz:
    Ja, ich habe mich blamiert. Ja, es war schrecklich. Ja, ich schäme mich deshalb. ABER: Ich kann nichts mehr daran ändern. Man muss die Situation einfach SEIN lassen. Man muss einfach akzeptieren, dass die Vergangenheit so war, wie sie eben war. Man kann nichts mehr ändern, also bringt es auch nichts, wenn man sich wünscht, dass es anders gewesen wäre, weil es eben einfach SO und nicht anders war.
  6. Was kann ich daraus lernen? / Was wollte mir das Universum damit sagen?:
    Nichts passiert ohne Grund, davon bin ich fest überzeugt. Ein Sprichwort besagt: „Es ist selten ein Schaden, ohne einen Nutzen dabei“. Was kannst du aus der Situation lernen? Welche Erkenntnisse gewinnst du daraus? Wie könntest du diesbezüglich weiter an dir arbeiten? Wer könnte dir helfen? Was kannst du tun, damit es nicht wieder passiert?
  7. Darüber lachen und Frieden schließen:
    Es bringt nichts, wenn man nur noch an die Situation denkt und jedes Mal in Tränen ausbricht. Irgendwann muss aber auch mal gut sein, oder? Wenn man die Situation mit etwas Abstand betrachtet, kann man vielleicht schon über sich selber lachen 🙂

Vielleicht können euch die Punkte ja helfen, die ich hier erzählt habe. Mir hat es sehr geholfen und ich kann mir zumindest selber wieder in die Augen schauen und die Situation weitestgehend annehmen. Leider bin ich noch nicht ganz zu weit, wie ich es mir gewünscht hätte, weil ich gestern eine Person getroffen habe, die bei meiner Blamage anwesend war. Ihr konnte ich noch nicht in die Augen schauen, aber ich bin zuversichtlich, dass ich das irgendwann wieder kann.

Lasst euch von der Scham nicht unterkriegen und seid wild & wunderbar.

Eure Julia

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