Viktor Frankl

Heute möchte ich einen Satz mit euch teilen, der mich seit einiger Zeit begleitet und mich viel zum Nachdenken gebracht hat.

Viele von euch kennen bestimmt den berühmten Psychiater und Holocaust-Überlebenden Viktor Frankl. Nach seiner Zeit im Konzentrationslager hat er seine Arbeit als Psychologe wieder aufgenommen und wurde einmal in einem Interview gefragt, wie es sein kann, dass er sich die scheinbar „banalen“ Probleme seiner Klienten anhören kann, wo er doch das so ziemlich Schlimmste was es gibt im KZ durchmachen musste. Viktor Frankl hat auf die Frage wie folgt geantwortet:

„Jeder Mensch hat sein Auschwitz“

Booooom, als ich das zum ersten Mal gehört habe, hat mich das total umgehauen. Wie oft veruteilen wir andere Menschen, weil sie aus unserer Sicht aus einer „Mücke einen Elefanten“ machen? Wie oft denken wir, dass andere Menschen viel Drama um eine scheinbare Kleinigkeit machen?

Ich habe dadurch gelernt, geduldiger und weniger verurteilend mit anderen Menschen umzugehen. Man weiß nie, was sie erlebt haben und nur, weil es aus unserer Sicht nicht schlimm ist, heißt es ja noch lange nicht, dass es aus deren Sicht auch harmlos sein muss. Man steckt ja in dem anderen nicht drin und weiß nicht, welche Kämpfe diese Person schon austragen musste.

Immer wenn ich also bemerke, dass ich Menschen verurteile oder ihre Reaktion auf ein bestimmtes Thema nicht nachvollziehen kann, rufe ich mir diesen Satz ins Gedächtnis. Jeder hat sein eigenes Auschwitz. Jeder hat seine persönliche Hölle und jeder muss auf seine Weise damit klarkommen.

Es hilft in die Empathie für den anderen zu gehen und das Mitgefühl zu erwecken.

Bleibt wild und wunderbar,

Julia